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„EinTritt“ überreicht Positionspapier

Sozial isoliert. © J. Dieckmann / Trier bewegt e.V. EinTritt: (Presseerklärung) MAINZ/TRIER. Dienstag, den 17.08.2010. Heute morgen überreichte die Kampagne „EinTritt - Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ (kurz EinTritt) ein Positionspapier zur Obdachlosen-Situation an das rheinland-pfälzische Ministerium für Soziales in Mainz. In dem Dokument der Streetworker stellt die Trierer Initiative bürokratische Hürden und andere Probleme der Reintegration obdachloser Menschen dar. Außerdem fordert „EinTritt“ in seinem Schreiben eine offensive Problembehandlung der größer werdenden Armut – insbesondere der Wohnungs- und Obdachlosigkeit.
Kampagnenleiter Michael-Ron Stallwood wurde von Sozialministerin Malu Dreyer zur Vorstellung der Kampagne ins Ministerium eingeladen.


Michael-Ron Stallwood erklärt: „Mit einer Streetwork-Aktion von EinTritt beweisen wir, dass es möglich ist, die Menschen von der Straße zu holen.“ Doch dies sei eigentlich nicht die Aufgabe einer privaten Initiative sondern die des Staates, erzählt Stallwood. Denn der Staat sei durch die Verfassung dazu verpflichtet die Menschenwürde auch derer zu schützen, die aus dem sozialen Netz gefallen sind.


In dem vierseitigen Positionspapier, das „EinTritt“ der Abteilung für Soziale Sicherung und Armutsbekämpfung präsentierte, werden die Punkte „Begrifflichkeit: Soziale Behinderung“, Krankenversicherung, ARGE und Suchttherapie angesprochen. Weiterhin geht „EinTritt“ auf das Thema Bürokratie ein und fordert, dass „der unnötige Verwaltungsaufwand ... zugunsten von Menschenfreundlichkeit abgebaut werden“ müsse.


„Uns ist wichtig, dass sich alle Behörden und Ämter an die Bedürfnisse der Menschen anpassen, ganz besonders an die der sozial Schwachen“, erklärt der Stallwood. Das dies nicht so ist, will „EinTritt“ mit dem Beispiel „Hartz-IV-Antrag bei der ARGE“ beweisen. Die zu bewältigende Menge an Formalitäten sei unnötig viel und die entstehenden Verwaltungskosten seien besser in sinnvollere Maßnahmen investiert, so Stallwood. Weiterhin gibt er zu bedenken: „Obdachlosigkeit ist ein lösbares Problem und deswegen fordern wir eine offensive Problembehandlung mit der Zielsetzung zur Reintegration Obdachloser.“


Die Kampagne „EinTritt: Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ ist eine Initiative von „Trier bewegt“ e.V. Unter dem Motto des Artikels 1 des Grundgesetzes* startete sie im Mai 2010 und setzte sich zum Ziel, die politische wie gesellschaftliche Situation der obdachlosen Menschen zu verbessern und wo es möglich ist, die Obdachlosigkeit zu beenden. Auf der Vereins-Internetseite www.trierbewegt.de dokumentiert „EinTritt“ das Hauptprojekt der Kampagne: die direkte Reintegration obdachloser Menschen in Trier.


Mehr unter www.trierbewegt.de/eintritt.



*Artikel 1 des Grundgesetzes unseres Rechtsstaates:


(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.


(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.


(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht