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Entgiftung die Zweite

EinTritt: Donnerstag, den 22. Juli 2010. Seit Dienstag ist Armin G. im Krankenhaus zur Alkoholentgiftung. Die ersten Tage waren schwer, er hat viel geschlafen und war noch sehr wackelig auf den Beinen. Durch die Entwöhnungs-Medikamente wurde ihm schlecht. Jetzt kehrt langsam der Appetit zurück, auch die mentale Stimmung steigt an. In wenigen Tagen soll er zur Therapie nach Vielbach. Nach einer etwa fünf monatigen stationären Behandlung will Armin G. eine Wohnung beziehen, die "Trier bewegt" im vermitteln möchte.

Der Marathon beginnt

Jörg B. will von der Straße runter. Er will es schaffen.EinTritt: Samstag, den 17. Juli 2010. Motiviert durch die Erfolge von seinem Freund Armin G. will Jörg es nun auch versuchen und eine Therapie beantragen. Er sagt: "So geht es nicht mehr weiter." 
Doch dazu benötigt er erstmal eine Krankenversicherung.

Jetzt ab in die Reha!

EinTritt: Samstag, den 17. Juli 2010. Nach Gesprächen mit der Suchtberatung "Die Tür" und eine Unterredung mit dem Hausarzt von Armin G. steht nun die Therapie bevor.
Obwohl der Fall akut ist, würde eine reguläre Genehmigung der Therapie durch die Rentenversicherung mindestens fünf bis sieben Wochen dauern.

Hitze, Kreislaufprobleme und Polyneuropathie

EinTritt: Samstag, den 10. Juli 2010. Obwohl die Motivation von Jörg B. wieder auflebte und er vor einiger Zeit die Sozialküche der "Barmherzigen Brüder" besuchen konnte, um sich und seine Kleider zu waschen, ist Jörg die Tage nicht mehr in der Lage aufzustehen. Die Hitze macht ihn fertig, wie er mit rauher Stimme flüstert. Außerdem hat er Schmerzen in den Beinen und kann kaum gehen. Er hat Polyneuropathie. Das ist eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, welche aufgrund von Alkoholismus entstehen kann.
Es gilt jetzt die heißen Tage zu überstehen und auf etwas Abkühlung zu hoffen.

Rückfall

EinTritt: Dienstag, den 1. Juli 2010. Seit Montag letzter Woche ist Armin G. rückfällig. Zwei Monate hielt er ohne Alkohol aus, während er nach wie vor auf der Straße wohnte. Das Wohnungsamt konnte ihm bis dato keine Wohnung vermitteln. Als Obdachloser sind die Chancen auf eigene Faust eine Wohnung zu finden schwindend gering, obwohl während allein der letzten Woche schätzungsweise etwa 150 Studenten* eine Wohnung in Trier bezogen.
Die Zeit der Abstinenz wurde dennoch sinnvoll genutzt. Armin G. möchte die Entwöhnung nun durch eine Therapie versuchen. Jetzt wo er wieder krankenversichert ist, hat er auch Anspruch darauf.

Lobby für die Straße

Am 31. Mai sprachen die "Trier bewegt"-Mitarbeiter Tobias Berg und Michael-Ron Stallwood mit Malu Dreyer, der rheinland-pfälzischen Ministerin für Soziales. Sie stellten die Kampagne "EinTritt" offiziell vor und schilderten die Situation der Obdachlosigkeit aus Sicht von "Trier bewegt".

Erstmal Wohnung finden

EinTritt: Mittwoch, den 19. Mai 2010. Soweit hat alles schonmal geklappt. Krankenversicherung und feste Postadresse sind organisiert.
Jetzt ist Armin G. in Behandlung wegen einer Fußerkrankung, die er sich auf der Straße zugezogen hatte. Bruder Elias vom "Brüder Krankenhaus" kümmert sich täglich um den Fuß bis Armin wieder vollständig genesen ist.
Die nächsten Schritte sind eine angemessene Unterkunft und danach die Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen.
Deshalb lies sich Armin G. in die Wohnungssuchenden-Liste des Wohnungsamts eintragen. Als obdachlose Person genoss er die Priorität ganz oben auf der Liste stehen zu dürfen, dennoch vermittelte uns der zuständige Beamte keine Hoffnung, da die Wohnraumsituation in Trier sehr kritsich sei, wie er sagte.

Erste Bürokratiehürden

EinTritt: Montag, den 17. Mai 2010. Der erste bürokratische Hürdenlauf wurde heute gestartet. Zuerst schrieben wir Armin wieder beim Obdachlosenasyl "Benedikt-Labre-Haus" ein. Er war bis November dort Gast gewesen. Wegen der akuten Alkoholerkrankung war Armin G. nicht mehr in der Lage selbstständig dort regelmäßig zu erscheinen.
Ohne Postadresse hat niemand bei der ARGE einen Anspruch auf Unterstützung.
Die nächste Anlaufstelle war die ARGE in Trier selbst. Nachdem wir drei verschiedene Stellen im Haus durchlaufen mussten, hatten wir endlich eine einfache amtliche Anmeldung und einen Termin von fünf Minuten bei einer sogenannten Arbeitsvermittlerin.

Robert P. unterwegs

EinTritt: Montag, der 10. Mai 2010. Schon über 24 Länder hat er besucht und er beherrscht drei Sprachen. Als gelernter Kellner und Koch bereiste der inzwischen 33-jährige Robert P. Europa, denn in seinen Augen ist die Welt großartig. Unterwegs wurden allerdings Drogen und Alkohol zum immer größer werdenden Problem. Auch die Einsamkeit des Reisenden hat dem jungen Mann nicht immer gut getan.
Heute lebt Robert in Trier und spielt Flöte auf der Straße. Seine Gutmütigkeit und seine offene und freundliche Wesensart haben den etwas exzentrisch wirkenden Straßenmusiker stets weitergeholfen.

Jörg B.: Straßenklänge

EinTritt: Montag, den 10. Mai 2010. Jörg B. ist Straßenmusiker, leider fehlte ihm das Instrument. Die Gitarre wurde ihm mehrmals gestohlen. Seine ohnehin angeschlagene Motivation und Lebensfreude sanken auf einen Tiefstand, denn seinen Lebensunterhalt verdiente sich der Obdachlose mit seiner "Klampfe", wie er selbst erzählt. Deshalb gab er innerlich auf und schlief nur noch die meiste Zeit. Hätten seine Freunde, die ebenfalls obdachlos sind, ihn nicht miternährt,...
Heute bekam er eine neue Gitarre. Freudentränen liefen über sein Gesicht als er seinen Freunden das neue Stück präsentiert.

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